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Piktogramme für Radfahrer auf der Fahrbahn aufbringen: Ist das zulässig? [+Piktogrammketten]

Piktogrammketten für Radfahrer werden in der Bundesrepublik Deutschland oftmals aufgebracht, wenn die Benutzungspflicht bestehender Radwege aufgehoben wird. Weiterhin kommen Piktogrammketten für Radfahrer zum Einsatz, wenn bauliche Radwege, Radfahrstreifen oder Schutzstreifen notwendig wären, jedoch wegen geringer Flächenverfügbarkeit nicht umsetzbar sind. Piktogrammketten mit dem Sinnbild für Radfahrer zielen darauf ab, Verkehrsteilnehmer darüber in Kenntnis zu setzen, dass Radfahrer in Fahrtrichtung im Mischverkehr auf der Fahrbahn fahren und diese Radfahrer gegenüber dem übrigen Fahrzeugverkehr gleichberechtigt sind. Eine Frage bleibt dabei offen: Sind Piktogrammketten mit dem Sinnbild für Radfahrer auf der Fahrbahn zulässig?

Piktogrammketten mit dem Sinnbild für Radfahrer sind nach den bundesrechtlichen Vorgaben auf der Fahrbahn nicht als Hinweis auf Radfahrer in Fahrtrichtung im Mischverkehr auf der Fahrbahn vorgesehen.

Auf Grundlage eines Ländererlasses, einer Ausnahmegenehmigung der obersten Straßenverkehrsbehörde eines Landes oder im Rahmen eines Verkehrsversuches können Piktogrammketten mit dem Sinnbild für Radfahrer auf der Fahrbahn aufgebracht werden. In diesem Artikel wird auf die geltenden bundeseinheitlichen und landesrechtlichen Rechtsvorschriften zu Piktogrammen mit dem Sinnbild für Radfahrer verwiesen – darunter:

  • Einsatzorte von Fahrradpiktogrammen
  • Piktogramme für Radfahrer nach RMS
  • Vorgaben der ERA zu Piktogrammen für Radfahrer
  • Fahrradpiktogramme in Baden-Württemberg
  • Und viele mehr …

Disclaimer: Dieser Artikel enthält keine Empfehlungen zur Aufbringung oder Ausgestaltung von Piktogrammketten mit dem Sinnbild für Radfahrer.

Bereit? Los geht’s!

Einsatzorte von Piktogrammen mit dem Sinnbild für Radfahrer

Einbahnstraßen mit Radverkehr in Gegenrichtung und Rechts-vor-links

Piktogramme mit dem Sinnbild für Radfahrer auf der Fahrbahn können übergangsweise in Einfahrtbereichen und Ausfahrtbereichen von Einbahnstraßen mit Radverkehr in Gegenrichtung und mit Rechts-vor-links-Regelungen aufgebracht werden (Kapitel 7.2 ERA).

Dabei werden die Piktogramme mit dem Sinnbild für Radfahrer zusammen mit Richtungspfeilen markiert (Kapitel 11.1.4 ERA; Kapitel 2.5.1 RMS Teil 1; Kapitel 5.1.1 RMS Teil 2).

Einfahrtbereich und Ausfahrtbereich einer Einbahnstraße mit Radverkehr in Gegenrichtung mit Fahrradpiktogrammen mit Richtungspfeilen

Einbahnstraßen mit Radverkehr in Gegenrichtung und Kurven

Fahrradpiktogramme mit Richtungspfeilen können im Kurvenbereich von Einbahnstraßen mit Radfahrern in Gegenrichtung aufgebracht werden (Kapitel 7.2 ERA).

Auch hier sind Piktogramme für Radfahrer zusammen mit Richtungspfeilen aufzubringen (Kapitel 11.1.4 ERA; Kapitel 2.5.1 RMS Teil 1; Kapitel 5.1.1 RMS Teil 2).

Abmessungen von Piktogrammen mit dem Sinnbild für Radfahrer

Nach der RMS Teil 2 sind Piktogramme mit dem Sinnbild für Radfahrer 1,30 m lang und 1,00 breit (Kapitel 5.4.1 RMS Teil 2).

Fahrradpiktogramm in der Praxis

Abmessungen von Richtungspfeilen

Laut ERA weisen Richtungspfeile auf Radverkehrsanlagen in Form von Pfeilen eine Länge von in der Regel 1,25 m auf (Kapitel 11.1.4 ERA).

Richtungspfeile in Knotenpunkten sind 5,00 m lang oder länger (Kapitel 2.5.1 RMS Teil 1; Kapitel 5.1.1 RMS Teil 2; Kapitel 5.1.2 RMS Teil 2).

Laut RMS Teil 1 sind Richtungspfeile auf Radfahrstreifen mit einer Länge von 3,00 m auszuführen (Kapitel 2.5.1 RMS Teil 1).

Auf Richtungsradwege in Baden-Württemberg werden Fahrradpiktogramme mit einer Länge von 1,30 m und einer Breite von 1,00 m sowie Richtungspfeile mit einer Länge von 1,25 m bis 2,00 m und einer Breite von 1,00 m aufgebracht (Musterlösungen des Ministeriums für Verkehr Baden-Württemberg, Musterblatt: 11.1-1).

Abmessungen eines Fahrradpiktogramms mit Richtungspfeil in Baden-Württemberg

Ausblick

Die Bergische Universität Wuppertal und die Technische Universität Dresden kamen im Juni 2021 zum Ergebnis, dass Piktogrammketten einen deutlich positiven Einfluss auf die objektive und subjektive Sicherheit sowie auf das Verhalten der Verkehrsteilnehmenden zeigen (Radfahren bei beengten Verhältnissen – Wirkung von Piktogrammen und Hinweisschildern auf Fahrverhalten und Verkehrssicherheit Seite 181).

Der Abschlussbericht empfiehlt, Piktogrammketten als Möglichkeit der Markierung in bestimmten Fällen künftig zuzulassen und anzuwenden (Forschungsvorhaben Radfahren bei beengten Verhältnissen – Wirkung von Piktogrammen und Hinweisschildern auf Fahrverhalten und Verkehrssicherheit Seite 181).

Autor

  • Markus Herbst

    Markus Herbst
    Mit über 7 Jahren Berufserfahrung als Straßenverkehrsbehörde eines Landkreises hat Markus sein Wissen im Bereich Straßenverkehrsrecht stetig vertieft. Er hat einen Abschluss als Bachelor of Arts "Public Management", schreibt für Fachzeitschriften und hält Vorträge an Verwaltungsschulen zu Fragen im Bereich Straßenverkehrsrecht. Er ist derzeit als Referent bei der Verwaltungsschule des Gemeindetages Baden-Württemberg, bei der Kommunal-Akademie Rheinland-Pfalz, beim Deichmann+Fuchs Verlag, beim Bundesverband für Wohnen und Stadtentwicklung und bei der Württembergischen Verwaltungs- und Wirtschafts-Akademie zu Fragen im Bereich Straßenverkehrsrecht tätig.