Wie wird ein gemeinsamer Fuß- und Radweg beschildert?

In den letzten Wochen habe ich mich damit beschäftigt, wie gemeinsame Fuß- und Radwege beschildert werden, und mit welchen Zusatzzeichen Verkehrszeichen „Gemeinsamer Fuß- und Radweg“ (Zeichen 240) kombiniert werden kann. Dabei ging es auch darum, wie der Anfang und das Ende eines gemeinsamen Fuß- und Radweges beschildert wird.

Der Anfang eines gemeinsamen Fuß- und Radweges wird mit Verkehrszeichen 240 gekennzeichnet; das Ende mit Zeichen 240 und dem Zusatzzeichen „Ende“. Durch Zusatzzeichen können andere Fahrzeuge, wie E-Bikes oder Mofas, auf gemeinsamen Fuß- und Radwegen zugelassen werden.

In diesem Beitrag geht es um folgende Fragen:

  • Gibt es noch andere Möglichkeiten, wie gemeinsame Fuß- und Radweg enden können?
  • Mit welchen Zusatzschildern kann ein gemeinsamer Fuß- und Radweg kombiniert werden?
  • Welche Fahrzeuge werden üblicherweise auf gemeinsamen Fuß- und Radwegen freigegeben?

Auf geht’s!

Gemeinsamer Fuß- und Radweg Anfang

Das Schild gemeinsamer Fuß- und Radweg ist ein rundes, blaues Verkehrsschild. Das Schild wird von einem weißen Strich umrandet.

Es ist unterteilt in zwei Bereiche. Der obere Teil zeigt eine Frau mit ihrem Kind. Diese Abbildung steht für Fußgänger. Der untere Teil zeigt ein Fahrrad.

Zeichen 240 Gemeinsamer Fuß- und Radweg Schild

Steht Zeichen 240 alleine, so beginnt an dieser Stelle der gemeinsame Fuß- und Radweg. Ein gemeinsamer Fuß- und Radweg kann einerseits parallel zur Fahrbahn angelegt werden.

Zeichen 240 Fahrtrichtung rechts

Andererseits können gemeinsame Fuß- und Radwege selbstständig, also nicht parallel zur Fahrbahn, verlaufen (Kapitel 10 ERA).

Zeichen 240 Selbstständiger gemeinsamer Fuß- und Radweg

Wenn Zusatzzeichen 1000-31 (zwei gegengerichtete senkrechte Pfeile) unter Zeichen 240 angebracht ist, bedeutet das, dass Fahrräder auf diesem gemeinsamen Fuß- und Radweg in beide Fahrtrichtungen zugelassen sind.

Zeichen 240 Gemeinsamer Fuß- und Radweg beide Fahrtrichtungen

Mancherorts trifft man noch auf eine Kombination aus Zeichen 240 und dem ehemaligen Zusatzzeichen 1012-30 (Anfang).

Zeichen 240 Gemeinsamer Fuß- und Radweg Anfang

Zusatzzeichen 1012-30 mit der Aufschrift „Anfang“ wurde mit Änderung der StVO 2017 aus dem Verkehrszeichenkatalog gestrichen.

Gemeinsamer Fuß- und Radweg Ende

Der gemeinsame Fuß- und Radweg endet dort, wo das Verkehrsschild 240 gemeinsam mit Zusatzzeichen 1012-31 (Ende) aufgestellt ist.

Zeichen 240 Gemeinsamer Fuß- und Radweg Ende Schild

Dabei wird das Schild „Ende“ unter dem Verkehrszeichen „gemeinsamer Fuß- und Radweg“ angebracht. Fußgänger dürfen dann den Weg weiter benutzen, Radfahrer müssen auf die Fahrbahn wechseln.

Zeichen 240 Gemeinsamer Fuß- und Radweg Ende Straße

Das Ende eines gemeinsamen Fuß- und Radweges wird wohl am häufigsten mit der oben dargestellten Kombination aus Zeichen 240 und „Ende“ gekennzeichnet. Das ist darauf zurückzuführen, dass die VwV-StVO das so vorgibt (VwV-StVO zu den Zeichen 237, 240 und 241).

Die Vorgaben der VwV-StVO werden aber nicht allen Situationen gerecht. Deshalb gibt es in der Praxis auch noch andere Varianten.

Gemeinsame Fuß- und Radwege können auch durch durch Zeichen 241 (getrennter Rad- und Gehweg) enden. Ab Zeichen 241 wird dann zum Beispiel der Bereich für Radfahrer vom Bereich für Fußgänger durch eine durchgezogene weiße Linie getrennt.

Zeichen 240 Gemeinsamer Fuß- und Radweg Ende durch Zeichen 241 Linie

Der Weg kann sich auch durch einen Grünstreifen teilen. Zeichen 241 zeigt dir auf welcher Seite Radfahrer, und auf welcher Seite Fußgänger, zugelassen sind.

Zeichen 240 Gemeinsamer Fuß- und Radweg Ende durch Zeichen 241 Grünstreifen

Ein gemeinsamer Fuß- und Radweg endet auch mit Zeichen 237 (Radweg). Der Radfahrer wird dann auf einen Radfahrstreifen überführt. Für Fußgänger kann am selben Ort Zeichen 239 (Gehweg) aufgestellt werden.

Hin und Wieder sieht man auch, dass das Ende eines gemeinsamen Fuß- und Radweges durch die Aufstellung von Zeichen 239 (Gehweg) gekennzeichnet wird.

Zeichen 240 Gemeinsamer Fuß- und Radweg Ende durch Zeichen 239

Die Regelung ist klar. Auf dem Gehweg sind nur noch Fußgänger zugelassen. Der Radfahrer muss wieder die Fahrbahn benutzen. Die Aufstellung von Zeichen 239 ist auch nichts anderes, wie Zeichen 240 mit dem Zusatz „Ende“ anzubringen.

Das Ende eines gemeinsamen Fuß- und Radweges muss aber nicht zwingend gekennzeichnet sein. Das ist immer dann der Fall, wenn klar ist, dass er endet (VwV-StVO zu den Zeichen 237, 240 und 241).

Wann das Ende eines gemeinsamen Fuß- und Radweges zweifelsfrei erkennbar ist, offenbart die VwV-StVO aber leider nicht.

Bestimmte Fahrzeuge frei

Anderer Verkehr, wie Autos, Motorräder oder Mofas, darf den gemeinsamen Fuß- und Radweg nicht benutzen (Anlage 2 Abschnitt 5 Sonderwege laufende Nummer 19 Spalte 3 StVO).

Zeichen 240 Gemeinsamer Fuß- und Radweg Autos Motorräder verboten

Eine Ausnahme hiervon bilden gemeinsame Fuß- und Radwege, die mit einem Zusatzzeichen versehen wurden.

Sind Autos, Motorräder oder Mofas auf dem gemeinsamen Fuß- und Radweg durch Zusatzschild zugelassen, müssen diese auf Fußgänger und Radfahrer Rücksicht nehmen (Anlage 2 Abschnitt 5 Sonderwege laufende Nummer 19 Spalte 3 StVO).

Im Folgenden habe ich einige mögliche Kombinationen für dich zusammengestellt.

Gemeinsamer Fuß- und Radweg Mofas frei

Mofas sind Kraftfahrzeuge (BGH, Urt. v. 24.06.1993 – 4 StR 217/93; BGH, Urt. v. 30.11.1971 – 1 StR 554/71).

Wenn du bei deinem Mofa innerorts in die Pedale trittst, musst du gemeinsame Fuß- und Radwege benutzen. Wenn du aber den Motor deines Mofas einschaltest, ist dir die Nutzung von innerörtlichen gemeinsamen Fuß- und Radwegen untersagt (Hentschel/König/Dauer, Straßenverkehrsrecht, 41. Auflage 2011, Rn. 67 zu § 2 StVO; Burmann/Heß/Hühnermann/Jahnke/Janker, Straßenverkehrsrecht, 24. Auflage 2016, Rn. 60 zu § 2 StVO).

Möchte man innerorts Mofas, bei denen der Motor läuft, die Benutzung von gemeinsamen Fuß- und Radwegen erlauben, muss Zusatzzeichen 1022-11 (Mofas frei) unter Zeichen 240 angebracht werden.

Zeichen 240 Gemeinsamer Fuß- und Radweg Mofas frei Schild

Hier dürfen auch Mofas den gemeinsamen Fuß- und Radweges benutzen. Dürfen heißt aber nicht müssen. Für Mofas, welche sich mit eingeschaltetem Motor fortbewegen, ist keine Radwegebenutzungspflicht vorgeschrieben.

Innerorts ist die Kombination aus Zeichen 240 und Zusatzzeichen 1022-11 „Mofas frei“ zulässig.

Zeichen 240 Gemeinsamer Fuß- und Radweg Mofas frei Straße

Warum nur innerorts? Außerorts dürfen Mofas Radwege benutzen (§ 2 Absatz 4 StVO).

Da Mofas außerorts ohnehin Radwege benutzen dürfen, darf außerhalb geschlossener Ortschaften Zeichen 240 nicht mit Zusatzzeichen 1022-11 (Mofas frei) kombiniert werden.

Verkehrszeichen, die lediglich die gesetzliche Regelung wiedergeben, dürfen nicht aufgestellt werden (VwV-StVO zu den §§ 39 bis 43).

Da aber früher Mofas auf gemeinsamen Fuß- und Radwegen außerhalb geschlossener Ortschaften nicht erlaubt waren, wirst du noch des Öfteren auf außerörtliche gemeinsame Fuß- und Radwege treffen, die mit einem Zusatzzeichen „Mofas frei“ bestückt sind.

Wenn du einen guten Tag hast, kannst du ein Bild machen und es an die zuständige Verkehrsbehörde schicken. Du kannst darauf hinweisen, dass das Zusatzschild außerorts nicht mehr zulässig ist.

Gemeinsamer Fuß- und Radweg E-Bikes frei

Bei E-Bikes verhält es sich ähnlich. Auch E-Bikes sind Kraftfahrzeuge. Sie werden je nach Ausstattung als Leichtmofa, Mofa oder Kleinkraftrad eingeordnet. Ob du mit deinem E-Bike einen gemeinsamen Fuß- und Radweg innerhalb geschlossener Ortschaften benutzen musst, hängt davon ab, ob du dich mit Muskel- oder Motorkraft fortbewegst (Huppertz, VD 2017, S. 175-177).

Bei Treten ohne Motor musst du mit deinem E-Bike gemeinsame Fuß- und Radwege innerorts benutzen (Huppertz, VD 2017, S. 175-177).

Schaltest du aber deinen Motor hinzu oder fährst du ohne Treten auf deinem E-Bike, darfst du gemeinsame Fuß- und Radwege innerhalb geschlossener Ortschaften nur dann benutzen, wenn dies durch Zusatzzeichen erlaubt ist.

E-Bikes werden durch die Kombination von Zeichen 240 mit Zusatzzeichen 1022-13 (E-Bikes frei) auf gemeinsamen Fuß- und Radwegen zugelassen.

Zeichen 240 E-Bikes frei Schild

Innerorts ist die Kombination aus Zeichen 240 und „E-Bikes frei“ zulässig.

Alle E-Bikes dürfen Radwege außerhalb geschlossener Ortschaften benutzen (§ 2 Absatz 4 StVO). Auch hier gilt: Durch Verkehrszeichen darf nichts geregelt werden, was sich bereits aus der StVO ergibt (VwV-StVO zu den §§ 39 bis 43).

Deshalb darf Zeichen 240 außerorts nicht mit „E-Bikes frei“ gemeinsam aufgestellt werden.

Will man innerorts sowohl Mofas, als auch E-Bikes auf gemeinsamen Fuß- und Radwegen freigeben, kann man auch Zeichen 240 mit Zusatzzeichen 1022-15 (E-Bikes und Mofas frei) kombinieren.

Zeichen 240 E-Bikes und Mofas frei Schild

Land- und forstwirtschaftlicher Verkehr frei

Ferner gibt es noch die Möglichkeit Zeichen 240 mit Zusatzzeichen 1026-36 (Landwirtschaftlicher Verkehr frei) oder mit Zusatzzeichen 1026-37 (Forstwirtschaftlicher Verkehr frei) zusammen aufzustellen.

Zeichen 240 Landwirtschaft und Forstwirtschaft frei Schild

Man kann auch gleichzeitig land- und forstwirtschaftlichen Verkehr auf gemeinsamen Fuß- und Radwegen freigeben, indem man Zusatzzeichen 1026-38 (Land- und forstwirtschaftlicher Verkehr frei) unter Zeichen 240 anbringt.

Zeichen 240 Gemeinsamer Fuß- und Radweg Land- und forstwirtschaftlicher Verkehr frei Schild

Die Kombination aus Zeichen 240 mit dem Zusatzschild „Landwirtschaftlicher Verkehr frei“  kommt häufig bei Wegen, welche außerorts parallel zur Fahrbahn verlaufen, zum Einsatz.

Zeichen 240 Gemeinsamer Fuß- und Radweg Landwirtschaftlicher Verkehr frei Straße

In solchen Fällen treffen zwei Bedürfnisse aufeinander. Zum einen ist es erforderlich, dass der Radfahrer außerorts auf dem gemeinsamen Fuß- und Radweg fährt. Zum anderen müssen Felder auch weiterhin für Landwirte erreichbar bleiben.

Zwar dürfen auch die Traktoren der Landwirte gemeinsame Fuß- und Radwege nicht beschmutzen (§ 32 Absatz 1 StVO), in der Praxis kommt das aber dann doch vor.

Zusammenfassung

Ein gemeinsamer Fuß- und Radweg endet normalerweise durch die Kombination aus dem Schild „gemeinsamer Fuß- und Radweg“ und „Ende“. Ein gemeinsamer Fuß- und Radweg kann aber auch in einen getrennten Fuß- und Radweg oder Radweg übergehen. Genauso kann dir durch das Verkehrszeichen “Gehweg” angezeigt werden, dass der gemeinsame Fuß- und Radweg endet.

Durch Zusatzschilder kann dir das Befahren eines innerörtlichen gemeinsamen Fuß- und Radweges mit deinem Mofa oder E-Bike bei eingeschaltetem Motor erlaubt werden.

Zur Frage, wie du dich auf gemeinsamen Fuß- und Radwegen verhältst, habe ich ebenfalls einen Beitrag geschrieben.

Sind dir noch andere Zusatzschilder unter gemeinsamen Fuß- und Radwegen aufgefallen, welche nicht Teil dieses Beitrags sind? Schreib’s in die Kommentare.

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Markus
Markus
Markus
Markus ist Sachbearbeiter bei der Verkehrsbehörde des Landratsamtes Karlsruhe. Wenn er nicht gerade bloggt, schreibt er für die Neue Zeitschrift für Verkehrsrecht, oder hält Vorträge an Verwaltungsschulen zu Fragen im Bereich des Verkehrsrechts. Über die Jahre hat Markus bereits mit der Verwaltungsschule des Gemeindetages Baden-Württemberg, dem Hessischen Verwaltungsschulverband und der Kommunal-Akademie Rheinland-Pfalz zusammengearbeitet.

6 Kommentare

  1. Fritjof Möckel sagt:

    Muss ich als Radfahrer einen Rad/Fußweg nutzen, der zu schmal ist, alle paar Mieter an einem Geschäft vorbei führt oder an Hauseingängen etc?

    • Markus sagt:

      Hi Fritjof,

      bei Wegen mit Zeichen 240 (Gemeinsamer Geh- und Radweg) gibt es einige Ausnahmen von der Benutzungspflicht. Diese habe ich hier zusammengestellt. Die von dir genannten örtlichen Verhältnisse zählen allerdings nach meinem Kenntnisstand nicht dazu. Der von dir beschriebene gemeinsame Geh- und Radweg ist daher zu benutzen.

      Beachte auch: Selbst wenn die Mindestbreite aus der VwV-StVO nicht erfüllt ist, kann Zeichen 240 aufgestellt werden. Das Bundesverwaltungsgericht hat bereits 2012 entschieden, dass die Mindestbreite aus der VwV-StVO auch unterschritten werden darf, wenn das Fahrradfahren auf der Fahrbahn zu gefährlich ist (BVerwG, Urt. v. 16.04.2012 – 3 B 62/11). Mehr zur Breite von gemeinsamen Fuß- und Radwegen kannst du in meinem Beitrag zur Mindestbreite gemeinsamer Fuß- und Radwege nachlesen.

  2. Bernd Braun sagt:

    Hallo Markus,
    was passiert, wenn das Verkehrsschild 240 gemeinsam mit Zusatzzeichen 1012-31 (Ende) aufgestellt ist und dann 3 Meter später ein roter Fahrradweg über die einnmündende Straße gezeichnet ist? Gilt der rote Fahrradweg, ohne Schild als Fahrradweg? Habe ich als Fahrradfahrer dann vor den Autos aus dieser Straße Vorfahrt, obwohl mir das Ende des Fahrradweges mitgeteilt wurde?
    Viele Grüße
    Bernd

    • Markus sagt:

      Hi Bernd,

      mit der Kombination aus Zeichen 240 (Gemeinsamer Fuß- und Radweg) und dem Zusatzzeichen 1012-31 (Ende) wird die Benutzungspflicht aufgehoben.
      Ohne Benutzungspflicht müssen Fahrräder die Fahrbahnen benutzen (§ 2 Absatz 1 StVO).
      Nach der Kombination aus Zeichen 240 (Gemeinsamer Fuß- und Radweg) und dem Zusatzzeichen 1012-31 (Ende) könnte es sich aber um einen Radweg ohne Benutzungspflicht handeln.

      Radwege ohne Benutzungspflicht sind für den Radverkehr vorgesehene Verkehrsflächen ohne Zeichen 237, 240 oder 241. Dabei ist zu beachten, dass der Radverkehr insbesondere an Kreuzungen, Einmündungen und verkehrsreichen Grundstückszufahrten durch Markierungen sicher geführt wird (VwV-StVO zu Absatz 4 Satz 3 und Satz 4).

      Ich gehe davon aus, dass du mit „roter Fahrradweg“ eine rot eingefärbte Radverkehrsfurt meinst. Die rot eingefärbte Radverkehrsfurt kann ein Indiz dafür sein, dass es sich hier um einen Radweg ohne Benutzungspflicht handelt (Benutzungsrecht). Sicher bin ich mir aber nicht. Ich kenne die Ortslage nicht. Meiner Meinung nach müssen Radwege ohne Benutzungspflicht aber auch zweifelsfrei als solche zu erkennen sein. Alleine die Tatsache, dass du dir nicht sicher bist, gibt Anlass die Sache nochmals zu begutachten. Ich würde dir daher empfehlen, deine Gedanken der zuständigen Straßenverkehrsbehörde mitzuteilen. Dabei solltest du fragen, ob das ein Radweg ohne Benutzungspflicht ist. Durch deine Rückfrage machst du im Prinzip schon klar, dass der Radweg ohne Benutzungspflicht nicht ohne Zweifel ersichtlich ist. Andere Radwege ohne Benutzungspflicht lassen sich durch Markierung – zum Beispiel Piktogramme – verdeutlichen.

      Bist du gegenüber einmündenden Fahrzeugen bevorrechtigt?

      Die Radverkehrsfurt verdeutlicht lediglich die ohnehin bestehende Vorfahrt von Fahrrädern aus § 9 Absatz 3 StVO, die auf oder neben der Fahrbahn in der gleichen Richtung fahren:

      Wer abbiegen will, muss entgegenkommende Fahrzeuge durchfahren lassen, Schienenfahrzeuge, Fahrräder mit Hilfsmotor, Fahrräder und Elektrokleinstfahrzeuge auch dann, wenn sie auf oder neben der Fahrbahn in der gleichen Richtung fahren.

      Straßenverkehrsbehörden müssen Radverkehrsfurten über Einmündungen und Kreuzungen im Zuge von Vorfahrtstraßen (Zeichen 306) stets markieren. Das gilt für alle Radverkehrsanlagen – also benutzungspflichtige und nicht benutzungspflichtige Radverkehrsanlagen (VwV-StVO zu § 9 Absatz 2).

  3. Johannes Müller sagt:

    Hallo Markus,
    wie ist ein nicht benutzungspflichtiger gemeinsamer Geh- und Radweg – innerorts und außerorts – zu beschildern, bzw. zu erkennen?
    Beispiel: ein 2,5m breiter Weg, parallel zu einer wenig befahrenen K Straße im Zweirichtungsverkehr. Z 240, wie im Beispiel, ist nicht zulässig, weil es die Benutzungspflicht beinhaltet.
    https://photos.app.goo.gl/aRWXbobWkxpsMjA6A
    Z239 plus ZZ 1022-10 scheidet auch aus, weil es die Geschwindigkeit für Radfahrer einschränkt. ZZ 1022-10 darf hier – alleine – nicht verwendet werden.

    • Markus sagt:

      Servus Johannes,

      rechte Radwege ohne die Zeichen 237, 240 oder 241 dürfen benutzt werden (§ 2 Absatz 4 Satz 3 StVO). Auf Radwegen ohne Zeichen 237, 240 oder 241 besteht keine Benutzungspflicht (VwV-StVO zu Absatz 4 Satz 3 und Satz 4).
      Sie werden auch „andere Radwege“ genannt.
      Die Aufstellung des Zusatzzeichens 1022-10 (Radfahrer frei) ohne Hauptzeichen ist nach der VwV-StVO explizit für die Einräumung eines Benutzungsrechts auf linken Radwegen vorgesehen. Die oberste Landesbehörde kann gemäß § 46 Absatz 2 StVO auch die Kennzeichnung von rechten Radwegen ohne Benutzungspflicht mit Zusatzzeichen 1022-10 (Radfahrer frei) ohne Hauptzeichen zulassen.
      Welche Möglichkeiten bestehen ohne landesrechtliche Regelung?
      Zur Verdeutlichung können die Sinnbilder für den Radverkehr und für Fußgänger als Piktogramme auf dem Radweg ohne Benutzungspflicht aufgebracht werden. Von den Piktogrammen geht jedoch keine verkehrsrechtliche Regelung aus.
      Wird der Radweg ohne Benutzungspflicht entgegen seiner Zweckbestimmung von Kraftfahrzeugen befahren, kann das Befahren der Verkehrsfläche für Kraftfahrzeuge durch Zeichen 260 verboten werden.

      Die oben genannnten Piktogramme sollten meiner Ansicht nach lediglich bei Bedarf innerorts zum Einsatz kommen. Zeichen 260 kann, wenn nötig, außerorts aufgestellt werden. Als Ausfluss der Schilderwald-Novelle gilt aber immer noch § 45 Absatz 9 Satz 1 StVO sowie das Kredo der „selbsterklärenden Straße“: Verkehrszeichen – darunter fallen auch Markierungen – sollten nur dort aufgestellt werden, wo dies auf Grund der besonderen Umstände zwingend erforderlich ist.

      Info am Rande: Sonderwege außerhalb geschlossener Ortschaften – darunter zählt auch Zeichen 240 – bedürfen keinen Nachweis einer qualifzierten Gefahrenlage aufgrund besonderer örtlicher Verhältnisse (§ 45 Absatz 9 Satz 4 Nummer 3 StVO). Es ist jedoch eine Prüfung der Erforderlichkeit von Zeichen 240 durchzuführen (§ 45 Absatz 9 Satz 1 StVO).

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