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Ist das Befahren der Transfăgărășan Passstraße gefährlich?

Die Transfăgărășan Passstraße ist eine der schönsten Passstraßen in Europa. Die Gebirgsstraße ist kurvenreich, führt durch Tunnel, über Durchlässe und ist stellenweise steil. Ist das Befahren der Transfăgărășan Passstraße gefährlich?

Auf der Transfăgărășan Passstraße gehen Gefahren von Kurven, unebener Fahrbahn, Viehtrieb, Wildwechsel und Steinschlag aus.

Dieser Artikel zeigt dir anhand von Bildern und Beispielen, auf welche Gefahren du auf der Transfăgărășan Passstraße besonders achten solltest.

Los geht’s!

Kurven

Vor besonders gefährlichen Kurven wird mit dem Hinweis

Curbe deosebit de periculoasa Reduceti viteza

“Besonders gefährliche Kurve Geschwindigkeit reduzieren” übersetzt von Markus Herbst

gewarnt.

An diesen Stellen solltest du deine Geschwindigkeit anpassen.

Die nach dem Hinweisschild folgende Kurve oder folgenden Kurven sind oftmals Hundekurven.

Hundekurven verlaufen anfangs mit größerem Radius, der sich dann verringert.

Für dich als Autofahrer bedeutet das, dass du beim Befahren einer Hundekurve den Lenkeinschlag erhöhen musst, je weiter du in die Kurve eingefahren bist.

Wenn du mit zu hoher Geschwindigkeit in die Hundekurve einfährst, musst du als Autofahrer zusätzlich deine Geschwindigkeit anpassen.

Gibst du in einer Hundekurve zu viel Gas, folgt das Auto nicht mehr dem Lenkeinschlag. Untersteuern ist die Folge.

Was Untersteuern ist, wann Untersteuern auftritt und was der Unterschied zum Übersteuern ist, erfährst du im unteren Video von auto motor und sport:

Motorradfahrer müssen in Hundekurven zusätzlich die Schräglage erhöhen.

Statt die Schräglage zu erhöhen, bremsen allerdings einige Motorradfahrer in Hundekurven.

Bremsen in Hundekurven kann zum Aufrichten des Motorrades führen.

Mit einem aufgerichteten Motorrad kann dem sich verengenden Kurvenradius nicht mehr gefolgt werden.

Unebene Fahrbahn

Auf einigen Straßenabschnitten ist die Transfăgărășan Passstraße von Schlaglöchern durchsetzt.

Mancherorts weisen die Schlaglöcher eine Tiefe von mehreren Zentimetern auf.

An unübersichtlichen Stellen sollten Fahrzeugführer daher ihre Geschwindigkeit anpassen.

Fahrzeugführer sollten folglich vorausschauend fahren. Aufgrund der erhöhten Sturzgefahr gilt dies besonders für Motorradfahrer.

Viehtrieb

Hirten lassen ihre Schafsherde im Făgăraș-Gebirge weiden.

Einerseits gehen vereinzelte Schafe manchmal ungewollt auf der Straße, während der Rest der Herde hinter dem Zaun weidet.

Andererseits wollen beim Wechsel der Straßenseite Nachzügler zum Rest der Herde aufschließen.

Wildwechsel

Entlang der Transfăgărășan Passstraße solltest du immer mit Wildwechsel rechnen.

Es ist nicht ungewöhnlich, Braunbären entlang der Transfăgărășan Passstraße zu entdecken.

Ein weiterer Grund, warum man auf der Transfăgărășan Passstraße sehr vorsichtig Kurven befahren sollte:

Manchmal verweilt ein Braunbär auch auf der Transfăgărășan Passstraße und macht es sich dort für ein paar Minuten gemütlich.

Ein Braunbär auf der Straße resultiert dann tagsüber fast immer in kurzzeitigen Staus.

Immerhin möchte jeder Tourist möglichst viele Wildtiere schießen … äh … möglichst viele Nahaufnahmen der Wildtiere schießen.

Ganz ehrlich: Für mich war das auch ein Spektakel.

Einen Braunbären in freier Wildbahn zu erleben. Das war schon ein Ding.

Schnell war die Kamera gezückt. Gott sei Dank hatte ich ein entsprechendes Kameraobjektiv dabei, das es mir ermöglichte, aus großer Entfernung meinem Nebenjob als Paparazzi nachzugehen.

Ein wenig schockiert war ich dann aber trotzdem, als der Pkw vor mir bis auf einen halben Meter neben den unten abgebildeten Braunbären fuhr, die Seitenscheibe auf der Fahrerseite herunterließ, die Kamera aus dem Auto hielt und den Braunbären ablichtete.

Gefühlt fehlten nur noch 10 cm und die Kameralinse hätte dem Braunbären guten Tag gesagt.

Mit meiner Kamera hätte man womöglich die Bakterien auf der Zunge des Braunbären einzeln zählen können.

Ja, ich übertreibe …

Tatsächlich betrug der Abstand zwischen Braunbär und Kamera noch ca. 30 cm.

Zum Glück war dieser Braunbär schon so an Touristen gewöhnt, dass er nur einen lauten Furz von sich gab.

Wilde Braunbären sind gefährlich.

Vermeide alles, was der Braunbär als Bedrohung empfinden könnte (Umweltverband WWF Österreich, Praxistipps: Was mache ich, wenn ich einem Braunbären begegne?).

Steinschlag

An vielen Stellen der Transfăgărășan Passstraße kommt es regelmäßig zu Steinschlag.

Das oben abgebildete Verkehrszeichen Căderi de pietre weist auf mögliche Steinschläge auf dem folgenden Straßenabschnitt hin.

Vor besonderen Stellen mit hoher Steinschlaggefahr wird mit dem Hinweis

Stop accidentelor

“Unfälle stoppen” übersetzt von Markus Herbst

gewarnt.

Auf dem Hinweisschild Stop accidentelor sind ebenfalls die Verkehrszeichen Risc ridicat de accidente und Căderi de pietre aufgebracht.

Das Verkehrszeichen Risc ridicat de accidente kennzeichnet einen Straßenabschnitt mit hohem Unfallrisiko.

Eine Längenangabe zwischen zwei senkrechten nach oben zeigenden Pfeilen auf dem Hinweisschild Stop accidentelor zeigt dir zudem an, auf welcher Länge die hohe Steinschlaggefahr besteht.

Auf dem obigen Beispiel besteht die hohe Steinschlaggefahr auf den nachfolgenden 5 Kilometer.

Fazit

Die Transfăgărășan Passstraße unterscheidet sich von anderen Gebirgspässen nicht nur in ihrer Schönheit, sondern auch in der Anzahl verschiedener Gefahrenquellen.

Als Fahrzeugführer solltest du die Transfăgărășan Passstraße sehr vorausschauend befahren. Rechne mit weidenden Schafen und wilden Braunbären, die auf der Straße verweilen oder diese queren.

Besonders Motorradfahrer sollten auf Hundekurven und Schlaglöcher sowie Steine auf der Fahrbahn achten.

Für Fahrer gibt es zahlreiche Möglichkeiten anzuhalten und die wunderschöne Landschaft zu genießen. Beim Fahren sollte man sich aber ganz dem Straßenverlauf und der Straßenbeschaffenheit widmen.

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  • Markus Herbst

    Markus Herbst
    Markus schreibt für Fachzeitschriften und hält Vorträge an Verwaltungsschulen zu Fragen im Bereich Straßenverkehrsrecht. Über die Jahre hat Markus bereits mit der Verwaltungsschule des Gemeindetages Baden-Württemberg, Hessischen Verwaltungs­­schulen und der Kommunal-Akademie Rheinland-Pfalz zusammengearbeitet.

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