Das Geheimnis der maximalen Abmessungen eines Pkw mit Anhänger

In Deutschland richtet sich die zulässige Länge, Breite und Höhe eines Pkw mit Anhänger nach der StVZO. Der zulässige Ladungsüberstand wird von der StVO bestimmt: Der Anhänger mit Ladung darf maximal 2,55 m breit, und 4,00 m hoch, sein. Bei einer Wegstrecke bis zu 100 km, darf die Ladung bis zu 3,00 m nach hinten überstehen. Soll eine Wegstrecke von mehr als 100 km zurückgelegt werden, ist lediglich ein Ladungsüberstand von 1,50 m erlaubt.

Im heutigen Beitrag zeige ich dir anhand von Beispielen und Bildern

  • wie lang und breit dein Pkw mit Anhänger sein darf,
  • die maximale Länge, Breite und Höhe der Ladung auf einem Anhänger,
  • den zulässigen Ladungsüberhang,
  • wie überstehende Ladung kenntlich gemacht werden muss,
  • und vieles mehr

Lass uns deine Kombination zusammenstellen!

Maximale Länge Pkw mit Anhänger

Bevor wir uns mit der maximalen Länge einer Kombination aus Pkw und Anhänger beschäftigen, müssen wir den Unterschied zwischen Kraftfahrzeug und Zugmaschine im Sinne des § 32 StVZO herausarbeiten.

Wann ist ein Kraftfahrzeug überhaupt eine Zugmaschine?

Wie der Name schon sagt, zieht eine Zugmaschine ein anderes Fahrzeug. 

Wenn Fahrzeuge nicht nur zum Ziehen, sondern auch zum Transport von Personen oder Gütern eingesetzt werden, dann sind sie keine Zugmaschinen.

Ein Pkw wird nicht unter den Begriff “Zugmaschine” eingeordnet, weil in einem Pkw Personen oder Güter transportiert werden können. Pkw sind Kraftfahrzeuge. 

Kraftfahrzeuge mit Anhängern dürfen maximal 18,00 m lang sein (§ 32 Absatz 4 Nummer 3 StVZO).

Pkw mit Anhängern dürfen daher maximal 18,00 m lang sein.

Zulässige Länge Pkw Anhänger

Dabei darf die Länge des verwendeten Anhängers maximal 12,00 m betragen (§ 32 Absatz 3 Nummer 1 StVZO).

Wohnwagen zählen auch zu den Anhängern. Sie dürfen dementsprechend nur 12,00 m lang sein (§ 32 Absatz 3 Nummer 1 StVZO).

Zulässige Länge Pkw Wohnwagen

Die maximale Länge eines Wohnmobils mit einem Anhänger darf ebenfalls nur 18,00 m betragen (§ 32 Absatz 4 Nummer 3 StVZO).

Zulässige Länge Wohnmobil Anhänger

Das liegt daran, dass Wohnmobile als Kraftfahrzeuge, und nicht als Zugmaschinen, angesehen werden.

Der Anhänger hinter dem Wohnmobil darf nur 12,00 m lang sein (§ 32 Absatz 3 Nummer 1 StVZO).

Auf Anhängern, die von Pkw gezogen werden, werden häufig Boote transportiert. Ein Boot auf einem Anhänger ragt Hin und Wieder über die Abmessungen des Anhängers hinaus.

Ladungsüberstand nach hinten

Die Ladung darf bei einer Wegstrecke von bis zu 100 km 3,00 m nach hinten über den Anhänger hinausragen (§ 22 Absatz 4 StVO).

Pkw Anhänger Ladungsüberstand nach hinten 3,00 m Wegstrecke bis 100 km

Pkw mit Anhänger und Ladung dürfen nicht länger als 20,75 m sein (§ 22 Absatz 4 StVO).

Ohne Ladung darf dein Pkw mit Anhänger bis zu 18,00 m lang sein. Bei einer Wegstrecke bis 100 km darf deine Ladung daher nur 2,75 m nach hinten überstehen.

Pkw Anhänger Ladungsüberstand nach hinten 2,75 m Wegstrecke bis 100 km

Wenn dein Anhänger jedoch nur 6,00 m lang ist, kommst du mit einem Pkw von 4,00 m Länge auf eine Gesamtlänge von etwa 11,00 m. 

Demnach darf bei dieser Fahrzeugkombination dein Ladungsüberstand nach hinten bei einer Strecke bis 100 km sogar 3,00 m betragen.

Pkw Anhänger 11,00 m Länge Ladungsüberstand nach hinten 3,00 m Wegstrecke bis 100 km

Bei Wegstrecken von mehr als 100 km, ist ein Ladungsüberhang von maximal 1,50 m möglich (§ 22 Absatz 4 StVO).

Pkw Anhänger Ladungsüberstand nach hinten 1,50 m Wegstrecke über 100 km

Ladungsüberstand nach vorne

Bis zu einer Höhe von 2,50 m darf keine Ladung nach vorne überstehen (§ 22 Absatz 3 StVO).

Erst ab einer Höhe von über 2,50 m darf die Ladung maximal 0,50 m über dein Fahrzeug nach vorne hinausragen (§ 22 Absatz 3 StVO).

Pkw weisen in der Regel eine Höhe von unter 2,00 m auf. Dementsprechend dürfte in der Regel bei Pkw kein Ladungsüberhang nach vorne möglich sein.

Maximale Breite Pkw mit Anhänger

Ein Pkw darf maximal 2,50 m breit sein (§ 32 Absatz 1 Nummer 5 StVZO).

Personenkraftwagen maximal zulässige Breite

Die Breite des Anhängers darf maximal 2,55 m betragen (§ 32 Absatz 1 Nummer 1 StVZO).

Zulässige Breite Allgemein

Des Weiteren darf auch die Ladung auf dem Anhänger nicht breiter als 2,55 m sein (§ 22 Absatz 2 StVO).

Ladung auf einem Anhänger maximal zulässige Breite

Das bedeutet, dass Boote auf Anhängern auch nicht breiter als 2,55 m sein dürfen.

Maximale Höhe Pkw mit Anhänger

Anhänger und Ladung dürfen zusammen nicht höher als 4,00 m sein (§ 22 Absatz 2 StVO).

Anhänger maximal zulässige Höhe

Ein Boot auf einem Anhänger darf demnach ebenfalls nicht höher als 4,00 m sein.

Überstehende Ladung nach hinten kennzeichnen

Wenn deine Ladung mehr als 1 m über die Rückstrahler nach hinten hinausragt, musst du sie kenntlich machen (§ 22 Absatz 4 StVO).

Kennzeichnen kannst du die nach hinten hinausragende Ladung mit einer hellroten Fahne. Diese darf muss mindestens eine Größe von 30 cm x 30 cm aufweisen. Sie wird durch eine Querstange auseinandergehalten (§ 22 Absatz 4 StVO).

Kennzeichnung Ladungüberhang hinten Fahne

Weiterhin musst du ein hellrotes Schild am Ende der Ladung anbringen. Das Schild muss quer zur Fahrtrichtung pendeln. Es ist ebenfalls mindestens 30 cm x 30 cm groß (§ 22 Absatz 4 StVO).

Kennzeichnung Ladungüberhang hinten Schild

Anstatt des oben genannten Schildes, kannst du auf deine überstehende Ladung aber auch mit einem hellroten Zylinder hinweisen. Dieser Zylinder hängt senkrecht. Er hat mindestens einen Durchmesser von 35 cm und eine Mindesthöhe von 30 cm (§ 22 Absatz 4 StVO).

Kennzeichnung Ladungüberhang hinten Zylinder

Was man bei Überlänge, Überbreite oder Überhöhe tut [Schritt für Schritt]

Alle Fahrzeuge die von den oben genannten Normen abweichen, brauchen eine Genehmigung.

Lass uns Schritt für Schritt durchgehen, welche Art der Genehmigung du in welcher Fallkonstellation benötigst …

Erlaubnis aufgrund abweichender Bauart

Ist dein Anhänger bereits zu lang oder zu breit gebaut?

Herzlich Glückwunsch! Du bist jetzt im Club der Großraum- und Schwertransporte. Dein Transport stellt eine übermäßige Straßennutzung dar. 

Der Weg zur Erlaubnis ist ein wenig mühselig: Hier sind TÜV, höhere Verwaltungsbehörde und Straßenverkehrsbehörde eingebunden.

Du benötigst eine Erlaubnis nach § 29 Absatz 3 StVO. Das reicht aber noch nicht.

Um eine Erlaubnis nach § 29 Absatz 3 StVO von der Straßenverkehrsbehörde zu bekommen, musst du eine Ausnahmegenehmigung nach § 70 StVZO vorlegen.

Eine Ausnahmegenehmigung nach § 70 StVZO bekommst du von der höheren Verwaltungsbehörde.

Die höhere Verwaltungsbehörde wird wiederum ein Gutachten eines Sachverständigers von dir verlangen. Gutachten zur Erlangung einer Ausnahmegenehmigung nach § 70 StVZO bekommst du zum Beispiel vom TÜV.

Mit der Ausnahmegenehmigung nach § 70 StVZO kannst du dann deinen Anhänger sowie deine Kombination aus Pkw und Anhänger bei der Zulassungsstelle anmelden.

Ferner kannst du deine Ausnahmegenehmigung nach § 70 StVZO bei der Straßenverkehrsbehörde vorlegen, um eine Erlaubnis nach § 29 Absatz 3 StVO zu erhalten.

Der Weg geht also vom TÜV, über die höhere Verwaltungsbehörde, zur Zulassungsstelle und anschließend zur Straßenverkehrsbehörde.

Dein Weg zu einer Erlaubnis nach § 29 Absatz 3 StVO

Ausnahmegenehmigung wegen überstehender Ladung

Transportierst du lediglich Ladung, durch die dein Anhänger oder die Kombination aus Pkw und Anhänger zu lang, zu breit oder zu hoch wird, brauchst du eine Ausnahmegenehmigung nach § 46 Absatz 1 Nummer 5 StVO.

Eine Ausnahmegenehmigung für überstehende Ladung erhältst du von der Straßenverkehrsbehörde.

Erlaubnis und Ausnahmegenehmigung 

Wenn die Ladefläche deines Anhängers einerseits bereits breiter als zulässig gebaut ist, andererseits die Ladung an sich zu lang ist, ist sowohl eine Erlaubnis, als auch Ausnahmegenehmigung erforderlich.

In so einem Fall  werden Erlaubnis und Ausnahmegenehmigung dann aber zum Glück in einem Verfahren zusammen abgewickelt.

Wo und wie stelle ich meinen Antrag?

Welche Stelle als höhere Verwaltungsbehörde zur Ausstellung einer Ausnahmegenehmigung nach § 70 StVZO zuständig ist, ist in jedem Bundesland anders. Wenn du die betreffende Stelle nicht über das Internet herausfindest, kannst du dich auch bei deiner örtlich zuständigen Zulassungsstelle melden. Die Kollegen und Kolleginnen wissen auf jeden Fall, wer ihre übergeordnete Behörde ist.

Welche Straßenverkehrsbehörde für dich zuständig ist, habe ich dir in diesem Artikel zusammengestellt.

Deinen Antrag auf eine Erlaubnis nach § 29 Absatz 3 StVO und/oder eine Ausnahmegenehmigung nach § 46 Absatz 1 Nummer 5 StVO kannst du über VEMAGS® einstellen. 

VEMAGS® ist das bundeseinheitliche eGovernment-Produkt zur Online-Abwicklung des Antrags- und Genehmigungsverfahrens für Großraum- und Schwertransporte (GST) aller 16 Bundesländer und des Bundes.

Zusammenfassung

Der gezogene Anhänger darf nicht länger als 12,00 m und breiter als 2,55 m sein. Ladung darf in Abhängigkeit der Wegstrecke und Länge der Kombination 1,50 m bis 3,00 m nach hinten überstehen. Die Kombination aus Pkw, Anhänger und Ladung darf maximal 20,75 m lang sein. Die maximale Höhe des Anhängers inklusive Ladung beträgt 4,00 m.

Bei Überlänge, Überbreite oder Überhöhe ist eine Erlaubnis nach § 29 Absatz 3 StVO und/oder eine Ausnahmegenehmigung nach § 46 Absatz 1 Nummer 5 StVO notwendig. 

Eine Erlaubnis nach § 29 Absatz 3 StVO und/oder eine Ausnahmegenehmigung nach § 46 Absatz 1 Nummer 5 StVO kannst du bei der für dich örtlich zuständigen Straßenverkehrsbehörde beantragen.

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Markus
Markus
Markus
Markus ist Sachbearbeiter bei der Verkehrsbehörde des Landratsamtes Karlsruhe. Wenn er nicht gerade bloggt, schreibt er für die Neue Zeitschrift für Verkehrsrecht, oder hält Vorträge an Verwaltungsschulen zu Fragen im Bereich des Verkehrsrechts. Über die Jahre hat Markus bereits mit der Verwaltungsschule des Gemeindetages Baden-Württemberg, dem Hessischen Verwaltungsschulverband und der Kommunal-Akademie Rheinland-Pfalz zusammengearbeitet.

4 Kommentare

  1. Löbel sagt:

    Hallo, können Sie mir sagen was die Gesammtbreite genau sagt?
    Ist das nur die Breite vom Anhänger oder die komplette Breite mit Seitenbegrenzungsleuchten?
    Denn mein Anhänger ist von hause aus 2,48m breit. Mit den Begrenzungsleuchten komm ich auf gut 2,65m

    Mfg 🙂

    • Markus sagt:

      Hallo Löbel,

      § 32 Absatz 1 der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) kennt die Antwort:

      Die Fahrzeugbreite ist nach der ISO-Norm 612-1978, Definition Nummer 6.2 zu ermitteln. Abweichend von dieser Norm sind bei der Messung der Fahrzeugbreite die folgenden Einrichtungen nicht zu berücksichtigen:

      1. Befestigungs- und Schutzeinrichtungen für Zollplomben,
      2. Einrichtungen zur Sicherung der Plane und Schutzvorrichtungen hierfür,
      3. vorstehende flexible Teile eines Spritzschutzsystems im Sinne der Richtlinie 91/226/EWG des Rates vom 27. März 1991 zur Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten über Spritzschutzsysteme an bestimmten Klassen von Kraftfahrzeugen und Kraftfahrzeuganhängern (ABl. L 103 vom 23.4.1991, S. 5), die zuletzt durch die Richtlinie 2010/19/EU (ABl. L 72 vom 20.3.2010, S. 17) geändert worden ist,
      4. lichttechnische Einrichtungen,
      5. Ladebrücken in Fahrtstellung, Hubladebühnen und vergleichbare Einrichtungen in Fahrtstellung, sofern sie nicht mehr als 10 mm seitlich über das Fahrzeug hinausragen und die nach vorne oder nach hinten liegenden Ecken der Ladebrücken mit einem Radius von mindestens 5 mm abgerundet sind; die Kanten sind mit einem Radius von mindestens 2,5 mm abzurunden,
      6. Spiegel und andere Systeme für indirekte Sicht,
      7. Reifenschadenanzeiger,
      8. Reifendruckanzeiger,
      9. ausziehbare oder ausklappbare Stufen in Fahrtstellung und
      10. die über dem Aufstandspunkt befindliche Ausbauchung der Reifenwände.

      Gemessen wird bei geschlossenen Türen und Fenstern und bei Geradeausstellung der Räder.

  2. Badbee sagt:

    Hallo guten Tag !! Ich hätte da mal eine “ vor Anfrage “ ! Ich würde gerne eine Ex Flughafen Feuerwehr ( Schnellangriff Vorfeld Löscher ) zum Wohnmobil umbauen , Leider ist das Teil 2,75 Meter breit ! Gibt es für so ein Fahrzeug in Privathand wohl eine Ausnahmegenehmigung ?? Oder wir so etwas Grundsätzlich abgelehnt ??

    • Markus sagt:

      Hi Badbee,

      das geht tief ins Zulassungsrecht rein. Ich kenne mich im Zulassungsrecht leider nicht gut genug aus, um dir hier eine Antwort zu geben.

      Ich würde dir aber folgende Vorgehensweise empfehlen: Zuerst gehst du zu einem Sachverständiger, zum Beispiel dem TÜV. Wichtig dabei: Du musst alle Angaben des Fahrzeuges dabei haben. Dabei geht es nicht nur um die Abmessungen, die Masse und Achslasten, sondern auch um die Anbauten und sonstige Besonderheiten des Fahrzeugs. Des Weiteren musst bereits zu diesem Zeitpunkt wissen, wie genau du das Fahrzeug umbauen möchtest.

      Beim Sachverständiger fragst du, ob du für das Fahrzeug bei den von dir geplanten Umbauarbeiten überhaupt eine Betriebserlaubnis bekommen kannst. Gleichzeitig fragst du, ob er hierfür ein Gutachten zur Erlangung einer Ausnahmegenehmigung nach § 70 StVZO in Aussicht stellen kann.

      Wenn der TÜV dir beides in Aussicht stellt, gehst du zu der örtlichen höheren Verwaltungsbehörde, welche für die Ausstellung von Ausnahmegenehmigung nach § 70 StVZO zuständig ist. Du fragst nach, wie deren Haltung dazu ist. Hier können zwei Dinge passieren:
      1) Die höhere Verwaltungsbehörde lehnt von vornherein ab.
      2) Die höhere Verwaltungsbehörde weist darauf hin, dass dies im Einzelfall geprüft werden muss.

      Da es hier um einen Spezialfall geht, macht es erst nach Erhalt einer Ausnahmegenehmigung nach § 70 StVZO Sinn, den nächsten Schritt anzugehen: Der Gang zur Straßenverkehrsbehörde.

      Die Straßenverkehrsbehörde kommt ins Spiel, damit du das Fahrzeug in Deutschland von A nach B bewegen darfst. Gehen wir davon aus, dass dein Fahrzeug nur hinsichtlich der Breite von den fahrzeugtechnischen Vorgaben der StVZO abweicht – hier beträgt die Breite 2,75 m. Unter diesen Gegebenenheiten kann für maximal drei Jahre eine bundesweite Dauererlaubnis erteilt werden, da wir uns innerhalb der Anhörfreigrenzen befinden. Die Anhörfreigrenze beträgt in Bezug auf die Breite maximal 3,00 m.

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